Reisen

Jetzt aber wirklich nach Hause – oder doch noch schnell nach Zagreb?

Unser letztes Wochenende am Meer war vorbei.

Diesmal wirklich.

Ein bisschen traurig war ich schon, dass diese wunderbare Reise langsam zu Ende ging.

Gleichzeitig freute ich mich aber auch darauf, wieder nach Hause zu kommen.

Also hieß es am Camping Scala Village:

Zusammenpacken.

Das geht uns inzwischen ziemlich gut von der Hand.

Michi und ich verstehen uns dabei fast ohne Worte. Jeder weiß, was zu tun ist, was wohin gehört und wer was macht.

Nach so vielen Wochen unterwegs sind die Handgriffe längst selbstverständlich geworden.

Und so dauert es gar nicht lange, bis alles verstaut ist.

Ein letzter Blick.

Einsteigen.

Losfahren.

Richtung Heimat. 🚐❤️

Aber einfach nur heimfahren?

Naja.

Das wäre ja wirklich nicht unser Stil. 🤣

Zuerst mussten noch ein paar Mitbringsel besorgt werden.

Und dann wollte ich mir unbedingt noch den Kanal von Nea Potidea am Beginn des ersten Fingers von Chalkidiki anschauen.

Der musste schon ziemlich alt sein.

Und tatsächlich:

Sehr alt.

Wann genau der Kanal angelegt wurde, ist nicht ganz geklärt. Seine Geschichte reicht aber bis in die Antike zurück. Wahrscheinlich entstand er im späten 4. Jahrhundert vor Christus zur Zeit des makedonischen Königs Kassander.

Rund 1,25 Kilometer lang verbindet er den Thermaischen mit dem Toroneischen Golf.

Mehr als 2.000 Jahre später fahren hier noch immer Boote durch.

Sowas kann ich natürlich nicht einfach links liegen lassen. 😉

Wir spazierten ein Stück am Kanal entlang, machten Fotos und überlegten, was hier wohl in all diesen Jahrhunderten schon alles vorbeigekommen sein mag.

Für eine Pause war es allerdings noch viel zu früh.

Also zurück zum Wohnmobil.

Jetzt aber wirklich Richtung Heimat.

Ein langsamer Abschied vom Meer

Weiter ging es Richtung Thessaloniki und dann nach Norden.

Das Meer begleitete uns noch lange.

Immer wieder war es zu sehen.

Ein bisschen Blau am Horizont.

Dann wieder zwischen Häusern und Landschaft.

Und irgendwann immer weniger.

Eigentlich war es ein schöner Abschied.

Nicht plötzlich.

Sondern ganz langsam. 🌊❤️

Dafür erhoben sich vor uns allmählich die Berge.

Es war viel Verkehr, trotzdem kamen wir erstaunlich zügig voran.

Griechenland lag irgendwann hinter uns.

Wir durchquerten Nordmazedonien und fuhren weiter nach Serbien.

Unser Ziel für diese Nacht:

Camp Enigma.

Eine Nacht im Enigma

Camp Enigma kannten wir bereits von früheren Griechenlandreisen.

Und für eine Nacht auf der Heimfahrt ist es ein wirklich guter Platz.

Ebene Stellplätze, Ruhe und dazu ein kleines Restaurant mit gutem Essen.

Sogar einen Pool gibt es.

Den brauchten wir diesmal allerdings nicht. 😉

Nach diesem Fahrtag waren unsere Ansprüche ziemlich überschaubar:

Wohnmobil abstellen.

Gut essen.

Ein bisschen zusammensitzen.

Schlafen.

Passt.

Denn am nächsten Morgen lag noch ein ordentliches Stück vor uns.

1.000 Kilometer? Fahren wir halt durch …

Von Camp Enigma waren es noch ungefähr 1.000 Kilometer bis nach Frohnleiten.

Unser ursprünglicher Plan war ziemlich einfach:

Wir fahren durch.

Tja.

Nach knapp 600 Kilometern fand ich diese Idee schon wesentlich weniger großartig. 🤣

Für mich war es einfach genug.

Und irgendwann muss man sich eingestehen, dass weitere 400 Kilometer nicht unbedingt unter

„Jetzt sind wir eh gleich daheim“

fallen.

Also Planänderung.

Wir übernachten noch einmal.

Das Ziel:

Zagreb.

Ganz so schnell ging es dann allerdings doch nicht.

Von meiner Entscheidung „Für heute reicht’s!“ bis zum tatsächlichen Abstellen des Motors lagen noch gut 100 Kilometer.

Aber das war okay.

Schließlich wussten wir jetzt, dass wir heute nicht mehr bis Frohnleiten mussten.

Mit neuem Elan suchte ich einen Stellplatz.

Und fand tatsächlich einen direkt neben dem Autobusbahnhof.

Nahe am Zentrum und trotzdem ruhig.

Perfekt!

Wohnmobil abstellen.

Fertig für heute?

Natürlich nicht. 🤣

Aus einer Übernachtung wird ein kleiner Städtetrip

Wir stiegen in die Straßenbahn und fuhren ins Zentrum.

Vom Jelačić-Platz machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Steinernen Tor und von dort weiter zur Markuskirche.

Die ist wirklich nicht zu übersehen.

Vor allem wegen ihres ungewöhnlichen Daches aus bunten Ziegeln. Darauf sind die Wappen Zagrebs und des historischen Dreieinigen Königreichs Kroatien, Slawonien und Dalmatien dargestellt.

Wirklich hübsch!

Und wenn wir schon einmal hier waren, ging es natürlich auch noch auf den Lotrščak-Turm.

Der stammt tatsächlich aus dem 13. Jahrhundert und war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Von hier aus wurde früher eines der Stadttore bewacht.

Und der Turm hat noch eine Besonderheit:

Die Grič-Kanone.

Seit dem 19. Jahrhundert wird mit ihr – mit Unterbrechungen – jeden Tag um Punkt zwölf geschossen. Früher diente der Kanonenschuss unter anderem als Zeitsignal für die Kirchenglocken der Stadt.

Wir waren allerdings am Abend dort.

Also keine Kanone für uns. 😄

Dafür bekamen wir etwas anderes.

Zagreb in der Abendsonne.

Von oben hatten wir einen großartigen Blick über die Dächer der Stadt.

Und langsam musste ich meine Meinung über unseren ungeplanten Zwischenstopp revidieren.

Eigentlich wollten wir hier ja nur übernachten.

Jetzt standen wir auf einem mittelalterlichen Turm und schauten über Zagreb.

Auch eine Art von Erholung nach ungefähr 700 Kilometern Autofahrt. 🤣

Und dann unter die Erde

Wieder unten spazierten wir die Strossmayer-Promenade entlang.

Und dann ging es unter die Erde.

In den Grič-Tunnel.

Der verläuft direkt unter Zagrebs Oberstadt und wurde während des Zweiten Weltkriegs ab 1943 als Luftschutzanlage gebaut.

Der Hauptgang ist mehr als 350 Meter lang.

Jahrzehnte später wurde der Tunnel während des Kroatienkriegs Anfang der 1990er-Jahre noch einmal als Schutzraum genutzt.

Heute kann man einfach hindurchspazieren und teilweise finden dort sogar Ausstellungen und Veranstaltungen statt.

Schon eigenartig.

Oben spaziert man zwischen alten Häusern und Sehenswürdigkeiten durch Zagreb – und darunter befindet sich ein ehemaliger Luftschutzbunker.

Spannend, was es in dieser Stadt alles zu entdecken gibt.

Ich war wirklich überrascht.

Inzwischen war es dunkel geworden.

Und wir hatten Hunger.

Gefüllte Paprika statt frühem Schlafengehen

Unser Ziel war das Stari Fijaker.

Und das war eine richtig gute Entscheidung!

Michi bekam Rindfleisch mit Saft und für mich gab es gefüllte Paprika.

Wirklich sehr gut!

Danach waren wir satt.

Und müde.

Jetzt aber wirklich müde. 😄

Also zurück zum Wohnmobil.

Die Nacht war erstaunlich ruhig.

Und am nächsten Morgen?

Einsteigen und heimfahren?

Natürlich nicht. 🤣

Wenn wir schon einmal in Zagreb waren, wollten wir noch auf den Markt, dort frühstücken und vorher die Kathedrale anschauen.

Wo geht es hier eigentlich rein?

Die Kathedrale ist noch immer eine ziemliche Baustelle.

Also standen wir davor und stellten uns zunächst einmal die entscheidende Frage:

Wo geht es rein?

Wir liefen eine große Runde um die Kirche.

Nur um anschließend festzustellen, dass wir vorher eh schon am richtigen Platz gestanden hatten.

🤣

Es war nur noch zu früh.

Die Kathedrale öffnete erst um 8 Uhr.

Na gut.

Also gewartet und schließlich hinein.

Und dann …

Naja.

Große Teile waren wegen der Renovierungsarbeiten verhüllt und so wahnsinnig viel gab es für uns nicht zu sehen.

Beeindruckend war vor allem die enorme Höhe des Altarraums.

Aber sonst?

Nicht jede Sehenswürdigkeit ist der Brüller. 😉

Frühstück unter roten Schirmen

Also weiter zum Markt.

Der war kleiner, als ich ihn mir vorgestellt hatte, aber mit seinen vielen roten Schirmen wirklich hübsch anzusehen.

Auf den Tischen stapelten sich schön geschlichtetes Obst und Gemüse.

Frisch.

Bunt.

Richtig appetitlich.

Es war Donnerstagmorgen und viele Zagreber waren unterwegs, um sich mit frischem Obst und Gemüse einzudecken.

Genau sowas mag ich.

Jetzt fehlte nur noch eines:

Kaffee.

Gebäck holten wir aus einer Bäckerei ums Eck, suchten uns einen Platz und endlich war Frühstück angesagt.

Und dann wurde offenbar sogar die Welt ein bisschen traurig darüber, dass unsere Reise jetzt wirklich zu Ende ging.

Es begann zu regnen.

Nicht viel.

Und Gott sei Dank auch nicht lange.

Also noch einen zweiten Kaffee.

Und siehe da:

Schon lachte die Sonne wieder. ☀️

Besser.

Jetzt wirklich nach Hause

Nun gab es endgültig keine Ausrede mehr.

Zurück zum Wohnmobil.

Einsteigen.

230 Kilometer trennten uns noch vom trauten Heim.

Die letzten Kilometer waren unspektakulär.

Keine Sehenswürdigkeit mehr.

Kein kleiner Umweg.

Kein Schild, bei dem ich noch schnell schauen musste, was es dort vielleicht zu entdecken gibt. 😉

Einfach fahren.

Einfach heimfahren.

Und dann waren wir da.

Zuhause ❤️

Meine Mama begrüßte uns freudig.

Und natürlich auch unsere beiden Katzen. ❤️

Dann hieß es noch Wohnmobil ausräumen.

Aber auch das ging schnell.

Michi und ich sind nach all den Wochen unterwegs eben ziemlich gut eingespielt.

Und am Abend?

Da saßen wir gemütlich in unserem Wohnzimmer.

Und spielten Karten.

Eigentlich genauso wie an so vielen Abenden während unserer Reise.

Nur das Meer rauschte nicht vor der Tür.

Keine fremde Stadt wartete am nächsten Morgen auf uns.

Kein neuer Stellplatz musste gesucht werden.

Wir mussten nirgendwohin.

Wir waren zuhause. ❤️

Ein bisschen schade, dass diese wunderbare Reise vorbei ist?

Natürlich.

Aber nach so vielen Wochen unterwegs fühlt sich auch Heimkommen richtig gut an.

Die Reise ist zu Ende.

Die Erinnerungen bleiben.

Und wenn ich uns kenne …

war das ganz sicher nicht die letzte. 😉🚐❤️

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