Nachdem wir es gestern geschafft haben, sowohl mit der Tram 28 als auch mit dem Bus in die falsche Richtung zu fahren, kann es heute eigentlich nur besser werden.
Eigentlich. 🤣
Nach dem Frühstück geht es mit der Metro Richtung Tejo.

Wir haben nämlich einen Plan.
Und der ist sogar ziemlich gut!
Zuerst wollen wir mit dem Hop-on-Hop-off-Schiff über den Tejo bis zum Torre de Belém fahren.
Dort steigen wir wieder in unseren roten Hop-on-Hop-off-Bus, fahren die Runde fertig und wechseln anschließend auf die blaue Linie.
Mit der soll es dann in das moderne Lissabon gehen – in den Parque das Nações, jenes Viertel, das für die Expo 1998 völlig neu gestaltet wurde.
Schiff.
Rote Linie.
Blaue Linie.
Perfekt geplant.
Was soll da schon schiefgehen?
🤣🤣🤣

Heute ist Warten angesagt
Wir kommen am Tejo an und suchen unser Schiff.
Nur …
Da ist keines.
Denn das Boot fährt nicht, wie von mir angenommen, um 10 Uhr.
Es fährt um 11 Uhr.
Na gut.
Gestern war unser Problem die falsche Richtung.
Heute ist es warten. 🤣
Und tatsächlich: Wir warten einfach.
Keine spontane Sehenswürdigkeit.
Kein ungeplanter Abstecher.
Keine Kirche, die mich plötzlich anspricht.
Und auch keine 110 Stufen, die ich unbedingt noch hinaufmuss. 🤣
Nach unseren bisherigen Tagen in Lissabon merken wir nämlich beide:
Wir sind müde.
Der Entdeckergeist lässt langsam ein bisschen nach. 😉
Also setzen wir uns in der Wartehalle in den Schatten und machen – nichts.









Oder eigentlich doch.
Wir reden.
Über die letzten Tage, über das, was wir gesehen und erlebt haben.
Und irgendwie tut auch das gut.
Um 10:45 Uhr gehen wir schließlich zum richtigen Pier.
Bald bekommen wir Gesellschaft von einer ganzen Gruppe schnatternder Holländer. 🤣
Gemeinsam entern wir das Boot.
Richtiger Pier.
Richtiges Schiff.
Richtige Richtung.
Läuft! 😄

Mit einem kleinen Boot auf einem großen Fluss
Dann legen wir endlich ab.
Und vor uns liegt eine spannende Fahrt mit einem kleinen Boot auf einem wirklich großen Fluss.
Vom Wasser aus sieht Lissabon gleich wieder ganz anders aus.
Wir fahren auf die mächtige Ponte 25 de Abril zu und schließlich direkt unter ihr hindurch.
Erst von hier unten merkt man so richtig, wie riesig diese Brücke eigentlich ist.
Auf der anderen Seite des Tejo wartet schon der nächste Riese auf uns:




Cristo Rei.
Die große Christusstatue haben wir in den letzten Tagen immer wieder aus der Ferne gesehen.
Jetzt kommen wir mit dem Boot ganz in ihre Nähe.
Schon beeindruckend, wenn dieser riesige Christus hoch über dem Ufer steht und auf Lissabon blickt.
Dann geht es wieder quer über den breiten Tejo zurück auf die Lissabonner Seite.
Und wieder habe ich dieses Gefühl:
Das soll ein Fluss sein?
Mit dieser Weite könnte er sich locker als Meer ausgeben. 😉
Schließlich legen wir in der Nähe des Torre de Belém an.
Geschafft!
Diesmal ohne falsche Richtung.
Ohne Umleitung.
Und sogar das Warten hat sich gelohnt. 🤣




Und schon warten wir wieder …
Wieder an Land spazieren wir erst einmal gemütlich zum Torre de Belém.
Wenn wir schon hier sind, gehören natürlich auch Fotos dazu.
Und Selfies 🤳🤣
Danach schlendern wir gemütlich zu unserer Hop-on-Hop-off-Haltestelle.
Dort wartet bereits ein junges Pärchen.
Perfekt.
Dann kann der Bus ja nicht mehr weit sein.
Wir warten.
Und schauen.
Und warten.
Und schauen noch ein bisschen.
Es passiert auch wirklich viel rund um uns.
Autos fahren vorbei.
Menschen gehen vorbei.
Lissabon lebt.
Bloß unser Bus kommt nicht.
🤣
Irgendwann wird auch der junge Mann neben uns unruhig und ruft bei der Gesellschaft an.
Was denn mit unserem Bus sei?
Die Antwort ist einigermaßen entspannt:
Zu viel Verkehr. Der Bus fällt aus.
Na bravo!
Also wieder warten.
Noch einmal eine halbe Stunde.
Und diesmal mit der leichten Unsicherheit:
Kommt der nächste wenigstens?
Wir sind inzwischen ja schon recht genügsam geworden. 🤣
Und tatsächlich:
30 Minuten später taucht er auf.
Unser Bus! 🚌
Wir steigen ein, natürlich wieder nach oben, machen es uns gemütlich und genießen die Fahrt.
Endlich wieder sitzen.
Endlich wieder schauen.
Und vor allem:
Endlich wieder fahren!
Jetzt wird es blau 💙
Am Start- und Endpunkt der Busse angekommen, wechseln wir die Linie.
Mit Blau geht es weiter!
Unser Ziel ist diesmal das moderne Lissabon.













Wir fahren hinaus in den Parque das Nações, jenes Viertel, das für die Expo 1998 völlig neu gestaltet wurde.
Und dieser Teil von Lissabon sieht tatsächlich ganz anders aus.
Vorbei an modernen Gebäuden, Denkmälern und der Universität geht es hinaus bis zum Torre Vasco da Gama.
Auch er entstand im Zusammenhang mit der Expo ’98.
Dann kommen wir zu einem Gebäude, das kaum zu übersehen ist:
dem Gare do Oriente.
Der Bahnhof wurde vom spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfen und anlässlich der Expo ’98 eröffnet.
Mit seiner riesigen Konstruktion aus Stahl und Glas wirkt er beinahe futuristisch.
So ganz anders als das alte Lissabon mit seinen Fliesenfassaden, engen Gassen und kleinen Straßenbahnen.
Der Bus bleibt allerdings nicht besonders lange stehen.
Also bleibt uns gar keine Zeit, auf dumme Ideen zu kommen und irgendwo auszusteigen. 🤣
Vielleicht ist das heute auch besser so.
Es geht ziemlich zügig wieder zurück in die Stadt.
Bis zu unserem inzwischen alten Bekannten:
dem Löwenmann.
Marquês de Pombal. 😉
Fast 16 Uhr – jetzt brauchen wir Essen!
Inzwischen ist es nämlich schon fast 16 Uhr geworden.
Und jetzt meldet sich etwas sehr deutlich:
Hunger!
Gleich um die Ecke entdecken wir ein portugiesisches Restaurant.
Wobei „um die Ecke“ bei diesem riesigen Kreisverkehr relativ ist. 🤣
Da bleiben wir!
Es gibt gegrilltes Fleisch mit Pommes.
Und heute gönnen wir uns sogar einen Nachtisch.
Mama nimmt Pudim Molotof, einen herrlich luftigen portugiesischen Eiweißpudding.
Und ich entscheide mich für gebratene Quitten.
Beides ist unglaublich gut!
Bei meinen Quitten steht ziemlich schnell fest:
Die werden für unser Weihnachtsessen vorgemerkt! ❤️
Man kann aus Lissabon schließlich nicht nur Fotos und Erinnerungen mit nach Hause nehmen.
Ein Weihnachtsdessert ist doch auch ein ganz nettes Souvenir. 🤣
Noch einmal durch die Rua Augusta
Frisch gestärkt geht es zur Metro und nach Baixa-Chiado.
Von dort schlendern wir noch einmal durch die Rua Augusta.

Und diesmal ist es anders als am ersten Tag.
Die Straße ist uns nicht mehr fremd.
Wir erkennen Dinge wieder.
Wissen ungefähr, wo wir sind.
Und kommen schließlich auch noch einmal über den Herbstmarkt, den wir gleich an unserem ersten Tag entdeckt haben.
Das gefällt mir.
Am ersten Tag sind wir hier angekommen und haben neugierig alles angeschaut.
Jetzt gehen wir noch einmal durch dieselben Straßen und langsam fühlt es sich schon ein kleines bisschen vertraut an.
Ein Kreis schließt sich. ❤️
Dann reicht es aber wirklich.
Mit der Metro geht es zurück zum Hotel.
Heute passiert wirklich nichts mehr
Und diesmal meinen wir das auch so. 🤣
Rasten ist angesagt.
Ich schreibe an meinem Blog und aktualisiere das Fotobuch.
Mama schreibt mit Familie und Freunden.
Und wir sitzen einfach gemütlich im Hotel.
Kein Bus.
Kein Schiff.
Keine Metro.
Keine falsche Richtung.
Und vor allem:
Auf nichts mehr warten! 🤣
Morgen wartet schließlich noch unser letzter Tag Lissabon auf uns.
Eine Hop-on-Hop-off-Linie fehlt uns nämlich noch.
Die grüne Linie. 💚
Die soll uns zu Villen und Schlössern führen.
Allerdings müssen wir morgen ein bisschen auf die Uhr schauen.
Denn am Nachmittag geht es schon wieder nach Hause.
Unser letzter Morgen in Lissabon 💚
Und erstaunlicherweise läuft alles völlig problemlos.
Wir packen unsere Koffer, genießen noch einmal das Frühstück und gehen anschließend zurück aufs Zimmer.
Jetzt heißt es aber wirklich:
Alles einpacken!
Auch die letzten Kleinigkeiten.
Und vor allem das Zahnputzzeug, das ja bekanntlich bis zum Schluss im Badezimmer herumsteht. 😉
Zur Sicherheit werden unsere Koffer noch einmal gewogen.
Naja.
Ein bisschen umpacken müssen wir doch noch. 🤣
Aber schließlich passt alles.
Die Koffer kommen in den Gepäckraum des Hotels, wo sie auf uns warten dürfen.
Und wir?
Wir starten zu unserem letzten Abenteuer in Lissabon!
Mit dem kleinen Grünen durch die Gassen
Diesmal klappt tatsächlich alles wie am Schnürchen! 👍🏻
Wir nehmen den Bus 734 und fahren bis Martim Moniz.
Gleich hinter der Haltestelle unseres Busses befindet sich auch die dritte Haltestelle der grünen Hop-on-Hop-off-Linie.
Perfekt zum Umsteigen!
Und kaum sind wir aus dem Bus 734 ausgestiegen, kommt auch schon unser nächster Bus um die Ecke.
Die grüne Linie!
Nicht einmal warten müssen wir. 🤣
Allerdings ist das kein großer Hop-on-Hop-off-Bus, wie wir ihn von den anderen Linien kennen.
Nein, diesmal ist es ein kleiner Bus.
Und das hat auch seinen Grund.
Die grüne Linie führt durch die engen Gassen Lissabons. Da würde ein großer Bus gar nicht durchpassen.
Wir steigen ein, suchen uns gemütliche Plätze und stöpseln unsere Kopfhörer an.
Und los geht’s! 💚
Castelo de São Jorge – oder: Wo ist hier bitte ein Klo? 🤣
Beim Castelo de São Jorge steigen wir aus.
Und zwar aus zwei Gründen.
Erstens: Wir müssen aufs Klo.
Zweitens: Die Burg und vor allem der Blick über Lissabon könnten wirklich schön sein.
Wobei der erste Grund inzwischen eindeutig dringlicher ist. 🤣
Also machen wir uns auf die Suche nach einer Toilette.
Gar nicht so einfach!
Entweder haben die Lokale noch geschlossen oder das Personal ist nicht gerade von der freundlichsten Sorte.
Na bravo!
Aber wir haben ja inzwischen Übung darin, kleine Probleme auf unseren Lissabon-Ausflügen zu lösen. 😉
Also beschließen wir, irgendwo einen Kaffee zu trinken und anschließend das wohl menschlichste aller Bedürfnisse zu befriedigen.
Und siehe da:
Das klappt dann auch!
Problem Nummer eins ist gelöst. 🤣
Und ganz nebenbei entdecke ich auch noch eine Schachtel Pastéis de Nata für Michi.
Die berühmten portugiesischen Puddingtörtchen müssen schließlich auch mit nach Hause!




Das Castelo bleibt uns verborgen 🏰
Jetzt wollen wir uns aber endlich das Castelo de São Jorge anschauen.
Schließlich sind wir schon hier oben!
Und dann sehen wir die Warteschlange.
Laaaaaaaaang!
Na bravo! 🙈
Ich hatte vorher schon versucht, online Tickets zu besorgen. Allerdings hätte ich dort die Ermäßigungen nicht bekommen, die uns zustehen.
Also bleibt nur die Ticketschlange.
Und die hat es in sich!
Ich schätze, dass wir sicher eine gute Stunde brauchen würden, bis wir überhaupt unsere Eintrittskarten haben.
Und dann müssten wir uns auch noch einmal anstellen, um durch das Drehkreuz zu kommen.
Nein, danke!
So lange können weder Mama noch ich stehen.
Und außerdem würde uns langsam die Zeit davonlaufen.
Schließlich müssen wir heute Nachmittag noch zum Flughafen.
Also treffen wir eine Entscheidung:
Das Castelo bleibt uns verborgen.
Schade ist es schon.
Aber was soll’s?
Wir haben in den letzten Tagen so viel gesehen und erlebt. Da muss nicht auch noch die letzte Sehenswürdigkeit unbedingt sein.
Stattdessen spazieren wir gemütlich durch die kleinen Gassen rund um die Burg.
Und besuchen die Kirche gleich nebenan.



Auch schön!
Danach passt unser Timing wieder wunderbar.
Wir gehen zurück zur Haltestelle und steigen erneut in unseren kleinen grünen Bus.
Ein grünes Paradies zum Abschied 🌿🌺
Bei Marquês de Pombal, unserem inzwischen bestens bekannten Löwenmann, steigen wir aus.
Und eigentlich hätten wir ja noch ein bisschen Zeit.
Also, was tun?
Da fällt mir etwas ein.
Gestern, als wir hier mit dem Bus angekommen sind, habe ich etwas entdeckt.
Ein Glashaus!
Ein bisschen versteckt, oben im Park.
Ob man sich das wohl anschauen kann?
Also marschieren wir los.
Bergauf. Natürlich. 🤣
Ein Stück durch den Park, noch ein bisschen weiter – und tatsächlich!
Da stehen wir vor einem botanischen Garten.
Estufa Fria heißt er.
Na, das schauen wir uns doch an!
Eintrittskarten besorgt und rein mit uns.
Und was soll ich sagen?
Wunderschön! 😍
Wir stehen in einem riesigen Kalthaus, umgeben von üppigem Grün.
Überall wachsen Pflanzen.











Palmen, Fuchsien, Kakteen, Orchideen und noch unzählige andere, deren Namen ich mir beim besten Willen nicht alle merken kann.
Es gibt so viel zu entdecken, dass ich gar nicht weiß, wo ich zuerst hinschauen soll.
Und das alles mitten in Lissabon!
Von außen hätte ich niemals vermutet, was sich hier drinnen verbirgt.
Eine gute Stunde haben wir Zeit, um durch dieses grüne Paradies zu spazieren.
Eigentlich viel zu kurz.
Aber unsere Zeit in Lissabon läuft nun endgültig ab.
Also heißt es Abschied nehmen von diesem wunderschönen Fleckchen Erde.
Eigentlich wollten wir heute Villen und Schlösser sehen.
Das Castelo hat nicht geklappt.
Und jetzt stehen wir stattdessen in diesem herrlichen Pflanzenparadies.
Manchmal sind die ungeplanten Entdeckungen eben die schönsten. ❤️🌿
Jetzt geht’s nach Hause! ✈️
Zurück zum Hotel, Koffer holen und ab zum Flughafen.
Mit Bolt klappt das alles wunderbar.
Wir sind bereits online eingecheckt, müssen also nur noch unsere Koffer aufgeben und zum Gate.

Zuhause wartet auf uns! ❤️
Sechs Tage waren Mama und ich gemeinsam in Lissabon unterwegs.
Sechs lustige, ereignisreiche und trotz allem entspannte Tage.
Wir haben so viel gesehen, gelacht, entdeckt und erlebt.
Und trotzdem freue ich mich jetzt aufs Heimkommen.
Auf Michi.
Auf meine Kuschelkatzen. 🐈❤️
Und natürlich auf mein eigenes Bett!
Mit ungefähr einer halben Stunde Verspätung heben wir schließlich ab.
Der Flug ist aufgrund der Wetterlage etwas ruppig.
Es ruckelt und schaukelt zwischendurch ordentlich, aber wirklich schlimm ist es nicht.
Und irgendwann landen wir wieder in Wien.
Jetzt nur noch die Koffer holen und mit dem Shuttlebus zum Parkplatz.
Ich glaube, unser Auto freut sich auch, uns wiederzusehen! 🤣
Alles verstauen und los geht’s Richtung Heimat.
Allerdings nicht ganz ohne Zwischenstopp.
Wir haben nämlich Hunger!
Also gibt es an einer Autobahntankstelle noch eine Kleinigkeit zu essen.
Danach fahren wir gemütlich weiter.
Die Straßen sind ruhig, die Nacht ist längst angebrochen.
Und schließlich erreichen wir um halb zwei Uhr morgens Frohnleiten.
Daheim! ❤️
Und wer wartet tatsächlich noch auf uns?
Michi! 🥰
Er ist extra aufgeblieben, um uns zu begrüßen.
Ist das nicht lieb?
Jetzt noch schnell das Auto ausräumen.
Und dann?
Ab ins Bett!
Zumindest wäre das der vernünftige Plan. 🤣
Aber ich bin noch immer so aufgekratzt von unserer Reise, dass ich einfach nicht aufhören kann zu erzählen.
Eine gute Stunde lang bekommt Michi noch meine Lissabon-Geschichten zu hören.
Dabei ist es inzwischen mitten in der Nacht!
Aber irgendwann fallen auch mir die Augen zu.
Und damit gehen sechs wunderbare Tage Lissabon mit Mama zu Ende.
Was ich von dieser Reise mitnehme ❤️
Natürlich viele Fotos.
Noch mehr Erinnerungen.
Ein paar Fahrten in die falsche Richtung.
Einige ziemlich lange Wartezeiten.
Wunderschöne Kirchen, beeindruckende Gebäude, kleine Gassen und unerwartete Entdeckungen.
Aber auch eine Erkenntnis, die für mich persönlich besonders wichtig ist.
Es geht auch langsamer.
Mama ist 80, ich bin 58 und lebe mit MS.
Wir sind beide nicht die Schnellsten und können auch nicht stundenlang stehen oder durch die Gegend marschieren.
Also haben wir unser Tempo angepasst.
Haben Pausen gemacht.
Sind irgendwo sitzen geblieben, wenn wir müde waren.
Und haben auch einmal auf eine Sehenswürdigkeit verzichtet, wenn es einfach zu viel geworden wäre.
Und wisst ihr was?
Ich hatte während dieser Reise keine spürbaren Einschränkungen durch meine MS.
Natürlich war ich abends müde.
Aber angenehm müde.
Meistens habe ich richtig gut geschlafen.
Und am nächsten Morgen ging es wieder los.
Das hat mich schon ein bisschen zum Nachdenken gebracht.
Denn wenn ich mit Michi unterwegs bin, möchte ich meistens noch mehr sehen.
Noch diese Kirche.
Noch jenes Museum.
Und wenn wir schon einmal da sind, könnten wir doch auch noch …
Mein neugieriger Kopf findet immer etwas, das er unbedingt entdecken möchte. 🤣
Nur mein Körper ist da nicht immer derselben Meinung.
Und manchmal merke ich erst Tage später, dass ich eigentlich zu viel gemacht habe.
Mit Mama war das anders.
Wir haben uns gegenseitig gebremst.
Nicht unbedingt freiwillig, sondern weil wir beide unsere Grenzen haben.
Aber vielleicht war genau das der Grund, warum diese Reise so gut funktioniert hat.
Ich musste nicht erst an meine Grenzen kommen, um zu merken, dass es genug ist.
Das heißt natürlich nicht, dass wir alles gesehen haben.
Einige Museen hätten wir gerne noch von innen besichtigt.
Das Castelo de São Jorge ist uns verborgen geblieben.
Und ich hätte auch noch Lust auf den Zoo und das Oceanário gehabt.
Aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht.
So haben wir wenigstens einen Grund, wiederzukommen! 😉
Und für meine nächsten Reisen mit Michi nehme ich mir etwas vor:
Ein bisschen weniger Programm. Ein bisschen mehr Zeit.
Nicht weniger erleben.
Sondern das, was wir erleben, auch wirklich genießen können.
Ob mir das mit meinem Entdeckergeist immer gelingen wird?
Na, wir werden sehen! 🤣
Aber diese sechs Tage mit Mama haben mir gezeigt, dass es möglich ist.
Und vor allem haben sie mir etwas geschenkt, das viel wichtiger ist als jede Sehenswürdigkeit:
Sechs wunderbare gemeinsame Tage mit meiner Mama.
Mit 80 Jahren ist das keine Selbstverständlichkeit.
Und ich bin unglaublich froh, dass wir diese Reise zusammen gemacht haben.
Obrigada, Lisboa! ❤️🇵🇹
Und danke, Mama, für diese schöne gemeinsame Zeit. ❤️
