Da sind wir also wieder.
Zuhause.
Nach fünf Wochen unterwegs, tausenden Kilometern, unzähligen neuen Eindrücken, Städten, Bergen, Meer und Wohnmobilleben könnte man meinen, dass jetzt erst einmal Ruhe einkehrt.
Könnte man.
🤣
Willkommen zurück im Alltag
Die ersten Tage zuhause bestanden aus Dingen, über die man eher selten Reiseberichte schreibt:
Wohnmobil ausräumen.
Wäsche waschen.
Wäsche aufhängen.
Wäsche zusammenlegen.
Wäsche wegräumen.
Und wieder von vorne.
Wie können eigentlich zwei Menschen so viel Wäsche produzieren?
Irgendwann war aber auch das geschafft und am Freitag standen schon die nächsten Aufgaben an.
Für das Erntedankfest habe ich zwei Kuchen gebacken.
Und am Abend waren Michi und ich mit Sonja und Niklas zum Essen verabredet.
Eigentlich.
Denn daraus wurde zunächst eine kleine Schnitzeljagd durch Graz.
Wo ist dieses Lokal eigentlich? 🤨
Sonja hatte ein Lokal entdeckt, das sie gerne ausprobieren wollte.
Reservieren wäre grundsätzlich eine gute Idee gewesen.
Nur erreichte sie dort niemanden.
Na gut.
Dann gehen wir eben einfach hin.
Bloß …
Wohin?
Auf der Homepage stand eine Adresse in der Heinrichstraße.
Google Maps schickte uns in die Brockmanngasse.
Der Eintrag auf der Homepage sah neuer aus, also entschieden wir uns für die Heinrichstraße.
Michi war unsere Vorhut.
Und stand dort vor einer verschlossenen Tür.
Na super.
Also machten sich Sonja, Niklas und ich auf in die Brockmanngasse.
Und dort?
Auch nix!
Jetzt war ich sauer. 🤣
Wenn ich schon essen gehen möchte, wäre es irgendwie hilfreich, wenn das Lokal auch existiert.
Also Plan B.
Es wurde schließlich Le Burger in der Grazer Innenstadt.
Und damit war die Welt auch schnell wieder in Ordnung.
Wir haben gut gegessen, viel getratscht und hatten einen richtig netten Nachmittag und Abend.
Manchmal muss man eben nur das richtige Lokal finden.
Oder überhaupt eines. 🤣
Enkel-Dienst ❤️
Michi und ich blieben gleich in Graz.
Denn am nächsten Tag hatten wir eine wichtige Aufgabe:
Enkel-Dienst.
Auf dem Heimweg holten wir die zwei Racker gleich ab.
Und dann wurde es ein richtig schöner, entspannter Tag.
Mit Matilda habe ich Cookies gebacken.
Zu Mittag gab es selbstgemachte Pizza.
Und während Pablo seinen Mittagsschlaf hielt, war kurz ein bisschen Ruhe angesagt.
Danach ging es auf den Hauptplatz zum Familienfest der Lions.
Und dort war ordentlich was los!
Kinderschminken, Kinderdisco, Luftballontiere – und das alles rund um den Spielplatz am Hauptplatz.
Am späteren Nachmittag kam Marlene und holte ihre beiden Zwerge wieder ab.
Ein schöner Tag.
Und ein erstaunlich entspannter noch dazu. ❤️
Sonntag ist Sonntag
Der Sonntag durfte dann tatsächlich ein bisschen ruhiger werden.
Wir schauten kurz beim Erntedankfest im Klostergarten vorbei.
Schließlich mussten meine Kuchen ja auch irgendwo hin. 😉
Und sonst?
Karten spielen.
Faul sein.
Herrlich.
Das darf schließlich auch einmal sein.
Zuhause müder als auf Reisen?
Die folgende Woche war dann allerdings ziemlich voll.
Viele Termine.
Viele Menschen.
Und eigentlich durchwegs nette Menschen.
Trotzdem war es anstrengend.
Und dabei ist mir etwas Interessantes aufgefallen:
Nach unserer langen Reise ging es mir eigentlich richtig gut.
Ich war nicht völlig erledigt und brauchte auch keine Woche auf dem Sofa, um mich davon zu erholen.
Im Gegenteil.
Gefühlt war ich in der letzten Woche zuhause müder als während unserer ganzen Reise.
Vielleicht ist das gar nicht so überraschend.
Unterwegs konnten wir unseren Rhythmus weitgehend selbst bestimmen.
Wenn wir weiterfahren wollten, fuhren wir.
Wenn wir bleiben wollten, blieben wir.
Wenn uns nach einem Strandtag war, gab es einen Strandtag.
Und wenn wir einfach nur Karten spielen und aufs Meer schauen wollten, dann war eben genau das unser Tagesprogramm.
Zuhause wartet dagegen das Leben.
Termine haben Uhrzeiten.
Menschen warten auf einen.
Dinge müssen erledigt werden.
Und selbst schöne Termine mit lieben Menschen kosten Energie.
Gerade mit MS merke ich das.
Nicht dramatisch.
Mir geht es gut.
Aber mein Körper sagt mir schon ziemlich deutlich, wann es langsam reicht.
Und dann kam auch noch der Herbst.
Und plötzlich waren da Trauben
Nicht ein paar.
Viele.
Sehr viele.
🤣🍇
Unsere Trauben waren reif und wollten geerntet werden.
Natürlich möglichst alle gleichzeitig.
Also turnte Michi auf der Leiter herum und schnitt die Trauben herunter.
Danach wurde abgerebelt.
Und dann begann die große Verarbeitung.
Mama kochte Marmelade.
Ich machte Traubensaft.
Und weil das offenbar noch nicht genug war, probierte ich auch noch ein Trauben-Chutney.
Das wiederum war eine richtig gute Idee.
Das Zeug ist genial!
So standen wir also wieder in der Küche.
Nach fünf Wochen Wohnmobilküche jetzt wieder zuhause – nur dass sich diesmal gefühlt alles um Trauben drehte.
Flohmarkt statt Trauben
Zwischendurch brauchten wir allerdings eine kleine Traubenpause.
Am Sonntag fuhren wir zum großen Flohmarkt am Schwarzlsee.
Und natürlich bin ich fündig geworden.
Ein paar Elefanten für meine Sammlung durften mit.
Und für Mama fanden wir ein Gartenbassin.
Also ein durchaus erfolgreicher Flohmarktbesuch. 😄
Danach ging es noch zum Gasthof am Plabutsch, wo wir wunderbar gegessen haben.
Und anschließend wollte ich Mama noch etwas zeigen.
Die Aussichtsplattform.
Mama war dort tatsächlich noch nie gewesen.
Und sie hatte Graz noch nie von so weit oben gesehen.
Also gingen wir gemeinsam hinauf.
Und das hat sie wirklich beeindruckt.
Unter uns die Stadt, rundherum die Landschaft – und Mama mittendrin und am Schauen.
So ein kleiner Ausflug.
Und trotzdem einer dieser Momente, die hängen bleiben. ❤️
Yoga. Zahnarzt. Trauben.
Am Montag war ich dann wieder beim Yoga.
Das hat richtig gutgetan.
Am Abend?
Trauben.
Und heute nach meinem Zahnarzttermin?
Was wohl?
Natürlich.
Trauben. 🤣🍇
Ich habe langsam das Gefühl, mein Leben besteht derzeit aus Dingen, die entweder gewaschen, gebacken oder abgerebelt werden müssen.
Und plötzlich ist wieder Leben
Vielleicht ist genau das das Merkwürdige am Heimkommen.
Auf Reisen passieren ständig außergewöhnliche Dinge.
Man sieht neue Länder, fährt über Berge, entdeckt Städte, begegnet Bären und Pelikanen und schläft an Stränden, von denen man vorher nicht einmal wusste, dass es sie gibt.
Und zuhause?
Da sind es Cookies mit Matilda.
Pablos Mittagsschlaf.
Ein Essen mit Freunden, nachdem man das eigentliche Restaurant nicht gefunden hat.
Mama, die zum ersten Mal Graz von oben sieht.
Yoga.
Zwei Katzen.
Wäscheberge.
Und ungefähr eine Million Weintrauben.
🤣
Nicht spektakulär.
Aber Leben.
Und vielleicht war ich diese Woche tatsächlich ein bisschen müder als auf unserer Reise.
Aber es geht mir gut.
Und darüber bin ich ziemlich froh.
Außerdem bleibt ohnehin nicht viel Zeit, um müde zu sein.
Denn die nächsten Koffer müssen bald schon wieder gepackt werden.
Aber diesmal bleibt das Wohnmobil zuhause. 😉
