6:40 Uhr.
Der Wecker klingelt.
😱🫨
Im Urlaub!
Aber hilft ja nix.
Heute haben wir schließlich einen Plan – und der beginnt früh.
Also raus aus dem Bett, anziehen und erst einmal:
Frühstück!
Denn um 8 Uhr werden Mama und ich abgeholt.
Heute verlassen wir Lissabon für einen Tag und machen uns auf den Weg nach Sintra und Cascais.
Mal schauen, ob wir nach unserem gestrigen Lissabon-Marathon überhaupt noch bergtauglich sind. 🤣
Unser Luis und das Teufelsmaul
Kaum sind wir mit dem Frühstück fertig, steht auch schon unser Fahrer und Guide für heute vor dem Hotel.
Luis.
Ein fröhlicher Mann mit Lebenserfahrung. 😉
Mama bekommt den Beifahrersitz im VW-Bus und ich setze mich direkt hinter sie.
Aber noch sind wir nicht komplett.
Zuerst sammeln wir unsere Reisegefährten für diesen Tag ein: drei Frauen aus Kanada, aus der Gegend rund um Toronto, und ein holländisches Paar.
Jetzt sind wir vollzählig.
Und los geht’s Richtung Cascais.
Unser erster Stopp hat gleich einen ziemlich dramatischen Namen:


Boca do Inferno – das Teufelsmaul.
Und wenn man davorsteht, versteht man auch, woher der Name kommt.
Der Atlantik hat hier über lange Zeit Höhlen, Spalten und einen natürlichen Felsbogen in die Küste gefressen. Bei starkem Wellengang donnert das Wasser mit solcher Wucht hinein, dass es ordentlich laut und ziemlich spektakulär werden kann.
Heute zeigt sich der Atlantik allerdings von seiner freundlicheren Seite.
Wir spazieren an den Felsen entlang und schauen hinunter auf das Wasser.
Beeindruckend ist es trotzdem.
Und wie so oft steckt hinter einem schönen Ort auch noch eine ziemlich schräge Geschichte:
1930 inszenierte der britische Okkultist Aleister Crowley hier sein Verschwinden. Ein Abschiedsbrief sollte glauben machen, er habe sich an der Boca do Inferno das Leben genommen. Der portugiesische Dichter Fernando Pessoa half sogar dabei, die Geschichte glaubwürdig erscheinen zu lassen.
Nur …
Crowley war gar nicht tot. 🤣
Wenig später tauchte er ziemlich lebendig wieder auf.
Man sieht:
Nicht nur der Atlantik sorgt am Teufelsmaul für Drama. 😉
Wir schauen uns alles von verschiedenen Seiten an, machen natürlich Fotos und nach ungefähr 20 Minuten heißt es auch schon wieder:
Alle einsteigen!
Eine Stunde Cascais
Weiter geht es nach Cascais.
Einst war Cascais ein Fischerdorf. Im 19. Jahrhundert entdeckte die portugiesische Königsfamilie den Ort als Sommerresidenz – und aus dem Fischerdorf entwickelte sich nach und nach ein mondäner Badeort.
Heute ist Cascais vor allem eines:
sehr beliebt. 😉
Luis gibt uns eine Stunde Zeit, den Ort auf eigene Faust zu erkunden.
Also ziehen Mama und ich los.
Wir entdecken hübsche Häuser mit den für Portugal so typischen Fliesenfassaden, blühende Bougainvilleen und Möwen, die am Kai offenbar sehr genau wissen, wem dieser Ort eigentlich gehört. 😄
Am Stadtstrand ist trotz Oktober noch einiges los.
Menschen schwimmen im Meer und ein paar Kids springen völlig selbstverständlich von den Felsen ins Wasser.
Wir schauen lieber zu. 🤣















Cascais gefällt uns.
Ein hübscher Ort, lebendig, gepflegt und natürlich ziemlich touristisch.
Nur eines stelle ich hinterher fest:
Die richtig alten und herrschaftlichen Gebäude müssen sich vor mir versteckt haben.
Denn von denen habe ich erstaunlich wenig gesehen. 🤣
Vielleicht hätte eine Stunde dafür einfach ein bisschen länger sein müssen.
Aber genau dafür sind solche Rundfahrten wohl gedacht:
anschauen, einen Eindruck bekommen – und merken, wo man irgendwann vielleicht noch einmal hinmöchte.
Weiter westlich geht’s nicht
Von Cascais geht es weiter die Küste entlang zum Cabo da Roca.
Zum westlichsten Punkt des europäischen Festlands.
Hier endet Europa – zumindest in diese Richtung. 😉
Die Klippen ragen rund 140 Meter über dem Atlantik auf und vor uns liegt eigentlich nur noch eines:
sehr, sehr viel Wasser.
Irgendwo dahinter kommt dann Amerika. 😄




Ein steinernes Denkmal mit Kreuz markiert den besonderen Ort. Darauf findet sich ein Satz des portugiesischen Dichters Luís de Camões:
„Hier, wo das Land endet und das Meer beginnt.“
Viel Zeit haben wir allerdings nicht.
Also wieder unser inzwischen bestens bewährtes Besichtigungsprogramm:
Eine Runde gehen.
Atlantik bestaunen.
Fotos machen.
Und zurück zum Bus. 🤣
Man muss schließlich nicht überall stundenlang bleiben, um zu verstehen, warum ein Ort besonders ist.
Und dieser hier ist es definitiv.
Endlich ein bisschen mehr Zeit – Sintra
Vom Cabo da Roca geht es weiter nach Sintra.
Und diesmal bekommen wir etwas mehr Zeit:
gut zwei Stunden.
Zeit zum Mittagessen und um das historische Zentrum ein bisschen zu entdecken.
Das passt ziemlich gut.
Mama und ich gehen einfach einmal los, schlendern durch die Gassen und schauen uns um.
Sintra ist wieder ganz anders als alles, was wir heute gesehen haben.
Grün, verwinkelt und irgendwie ein bisschen märchenhaft.
Aber bevor wir uns intensiver mit Sintra beschäftigen, meldet sich etwas anderes:
Hunger. 🤣
Direkt an der Praça da República entdecken wir das Paço Real.
Wir schauen es uns an.
Schauen uns an.
Und sind uns ziemlich schnell einig:
Das ist das Richtige für uns.
Also hinein!
Mama entscheidet sich für eine Pizza mit Pilzen und für mich gibt es einen veganen Salat mit Avocado und Mango.
Es soll ja schließlich etwas Leichtes sein. 🤣
Gut gestärkt ziehen wir danach wieder los.
Aber ganz ohne Stress.
Wir schlendern langsam durch die Gassen des historischen Zentrums, schauen hier und dort, spazieren durch kleine Parks und lassen Sintra einfach auf uns wirken.
Und das gefällt mir eigentlich ganz gut.
Wir müssen nicht jede Sehenswürdigkeit abhaken.
Nicht in jeden Palast hinein.
Nicht überall gewesen sein.
Wir haben zwei Stunden – und die genießen wir.












Gerade mit Mama ist mir wichtiger, dass wir gemeinsam einen schönen Tag haben, als am Abend eine möglichst lange Liste an Sehenswürdigkeiten vorweisen zu können. ❤️
Und jetzt wird es märchenhaft
Nach gut zwei Stunden finden wir Luis und unseren Bus wieder.
Alle da?
Dann geht es weiter.
Und jetzt wartet das eigentliche Märchenschloss auf uns:
















der Palácio Nacional da Pena.
Hoch oben über Sintra steht dieses gelb-rote, ziemlich verrückte Schloss, das aussieht, als hätte jemand beim Bauen beschlossen:
Warum einen Stil nehmen, wenn man alle haben kann? 🤣
Und ganz so falsch ist dieser Eindruck gar nicht.
Ferdinand II. von Sachsen-Coburg und Gotha kaufte hier 1838 ein verlassenes Kloster aus dem 16. Jahrhundert. Aus dem alten Kloster und einem großen neuen Palast entstand eine Sommerresidenz für die königliche Familie – und eine ziemlich wilde Mischung verschiedener Baustile.
Maurische Elemente, Türme, Zinnen, portugiesische Manuelinik und jede Menge Romantik.
Ferdinand war kunstbegeistert und wurde später sogar als „Künstlerkönig“ bekannt.
Dezent war offenbar nicht so seins. 🤣
Wir schauen uns den Palast allerdings nur von außen an.
Und ganz ehrlich?
Da gibt es schon genug zu sehen.
Wir betrachten dieses eigenwillige Märchenschloss aus verschiedenen Perspektiven und natürlich entstehen wieder jede Menge Fotos.
Pena von außen ist schon ziemlich spektakulär.
Zurück nach Lissabon
Nach vielen Fotos und noch viel mehr Schritten heißt es irgendwann Abschied nehmen von Sintra.
Wir steigen wieder zu Luis in den Bus und machen uns auf den Rückweg nach Lissabon.
Und ich muss sagen:
Das war ein richtig guter Tag.
Interessant, informativ und vor allem auch lustig.
Luis hat uns nicht einfach nur von einem Ort zum nächsten gefahren, sondern uns den ganzen Tag über mit Geschichten und Informationen versorgt.
Bevor er uns verabschiedet, gibt er uns noch ein paar Tipps, wo man in Lissabon gut essen kann.
Und dann ist unser Ausflug tatsächlich vorbei.
Fast.
Denn eine wichtige Sache fehlt noch:
Abendessen! 🤣
Nach den vielen Schritten des Tages gönnen wir uns im Hotel zumindest eine kurze Pause.
Füße hoch.
Ein bisschen durchschnaufen.
Aber lange hält es uns nicht im Zimmer.
Schon sind Mama und ich wieder unterwegs.
Für heute Abend haben wir uns das Cova Funda ausgesucht.
Ein Lokal für Locals – und für uns 😉
Das Cova Funda gefällt uns auf Anhieb.
Kein schickes Touristenlokal, sondern ein Lokal, in dem vor allem Einheimische sitzen.
Ein Lokal für Locals – und für uns!
Genau so etwas mögen wir.
Wir bestellen ein gegrilltes Hühnchen mit Reis und dazu ganz unspektakulär Wasser.
Einfaches Essen, richtig gut – und nach diesem langen Tag genau das Richtige.
Allerdings merke ich noch während des Essens, wie mir langsam, aber ziemlich eindeutig der Saft ausgeht.
Ich werde richtig müde.
Eigentlich auch kein Wunder.
Seit 6:40 Uhr sind wir auf den Beinen. Boca do Inferno, Cascais, Cabo da Roca, Sintra, der Pena-Palast, viele Eindrücke und noch viel mehr Schritte liegen hinter uns.
Für heute reicht es.
Also zahlen und zurück ins Hotel.
Keine weitere Runde.
Kein Absacker.
Ab ins Bett! 😴
Denn morgen wartet schon der nächste Tag auf uns.
Diesmal lassen wir uns allerdings ein bisschen gemütlicher durch Lissabon chauffieren.
Zumindest theoretisch. 🤣
Wir erkunden die Stadt mit dem Hop-on-Hop-off-Bus. 🚌🇵🇹
Mal sehen, ob wir das mit dem „Hop off“ nicht doch wieder ein bisschen übertreiben. 😉
