Nach Bukarest war unser nächstes Ziel ziemlich eindeutig.
Wir hatten genug von Städten, Kirchen, Palästen und Straßen.
Jetzt wollten wir nur noch eines:
Endlich MEER! 🌊
Also ging es von Bukarest Richtung Constanța.
Constanța – groß, laut und dann doch ein bisschen schön
Constanța ist erst einmal genau das, was man von einer großen Hafenstadt erwarten kann:
groß, laut und nicht übertrieben hübsch.
Zumindest war das unser erster Eindruck.
Den wirklich schönen alten Teil der Stadt muss man fast ein bisschen suchen.
Eines kann man allerdings unmöglich übersehen: das riesige Casino direkt am Schwarzen Meer.

Und das ist wirklich ein Traum!
Das Jugendstilgebäude wurde nach jahrelanger Restaurierung erst 2025 wieder eröffnet. Und wenn man davorsteht, versteht man auch, warum man sich so viel Mühe damit gemacht hat.
Für ein paar Euro kann man sich das Casino auch von innen anschauen.
Natürlich haben wir das gemacht. 😉




Und innen?
Traumhaft!
Perfekt restaurierter Jugendstil, große Säle, wunderschöne Details – plötzlich zeigt Constanța, dass es doch ganz schön prachtvoll kann.
Danach wird es mit den schönen alten Gebäuden allerdings wieder etwas schwieriger.
Es gibt sie.
Immer wieder entdeckt man hübsche Ecken und man sieht auch, dass an vielen Stellen fleißig gearbeitet und restauriert wird.
Auch der Ovid-Platz war bei unserem Besuch noch teilweise im Werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass es dort in einiger Zeit richtig prachtvoll aussehen wird.
Wir sind einfach ein bisschen durch die Gassen gezogen und haben uns irgendwann vor einer Kirche auf eine Bank gesetzt.
Und dort gab es dann ganz unerwartet etwas anderes zu beobachten.
Eine Hochzeit wurde vorbereitet.
Menschen kamen und gingen, alles wurde hergerichtet – und schließlich sahen wir auch die Braut.
Eine wirklich sehr hübsche Braut!
Manchmal sind es genau solche kleinen Momente, die von einer Stadt hängen bleiben.
Trotzdem …
Uns zog es weiter.
Ans Meer! 🌊
Endlich am Meer. Also fast.
Ich hatte in Tuzla einen Campingplatz gefunden.
Sehr gute Bewertungen und – noch viel wichtiger – er sollte am Meer liegen.
Na bitte.
Genau das wollten wir.
Der Campingplatz selbst war im Grunde ein großes, eingezäuntes Stück Wiese mit einigen Holzhütten, einer Gemeinschaftsküche und einem Häuschen mit WC und Dusche.
Und direkt am Meer?
Naja.
Theoretisch schon.
Praktisch standen wir hoch oben an der Steilküste. Dazwischen lagen noch eine Straße und eine Böschung.
Vom Wohnmobil direkt mit den Zehen in den Sand war also keine Rede.
Aber zunächst war das sowieso völlig egal.
Kaum standen wir – natürlich ohne Strom am Platz 😉 – begann es zu schütten.
Und zwar richtig.

Wie aus Kübeln!
Die ganze Nacht regnete es durch.
Na gut.
Die Natur wird sich gefreut haben. 😄
Am nächsten Morgen war der ganze Spuk vorbei.
Blauer Himmel, Sonne – und plötzlich sah die Welt schon wieder ganz anders aus.
Also machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Strand.
Und der überraschte uns dann tatsächlich.

Ein riesiger Sandstrand, Sonnenschirme, Liegen und eine Bar.
Eigentlich wirklich schön.
Eigentlich.
Trotzdem war es irgendwie nicht so ganz das, was wir gesucht hatten.
Und als Draufgabe hatte ich mir auch noch die Blase verkühlt. 😬
Also gehörte zu unserem Strandaufenthalt in Tuzla auch noch ein Besuch in der Apotheke.
Auch eine Art von Urlaubsprogramm. 🤣
Nach zwei Nächten war für uns jedenfalls klar:
Wir fahren weiter.
Auf nach Bulgarien
Damit hieß es irgendwann auch Abschied nehmen von Rumänien.
Unser nächstes Ziel lag in Bulgarien: Shkorpilovtsi.
Einfach durchfahren?
Natürlich nicht. 😉
In der Nähe von Varna gab es noch zwei Dinge, die ich unbedingt sehen wollte.
Das erste war das Aladscha-Kloster.



Ein mittelalterliches Höhlenkloster, dessen Räume auf zwei Ebenen direkt in eine fast 40 Meter hohe Kalksteinwand geschlagen wurden. Im 13. und 14. Jahrhundert lebten hier Einsiedlermönche. Es gab Mönchszellen, Kirche, Küche, Speiseraum, Krypta und eine Kapelle.
Ich finde solche Orte ja unglaublich interessant.
Gleichzeitig stehe ich dort jedes Mal und frage mich:
Warum macht man sowas freiwillig? 😳
In Höhlen leben.
In Abgeschiedenheit.
Beten und verzichten.
Freiwillig!
Offenbar waren die Prioritäten damals andere. 😄
Ein Wald aus Stein
Ein Stück weiter wartete noch etwas völlig anderes auf uns:
Pobiti Kamani – der Steinwald.
Und der ist wirklich eigenartig.
Mitten in einer fast wüstenartigen Landschaft stehen unzählige Steinsäulen im feinsten Sand. Manche sehen tatsächlich aus wie versteinerte Baumstämme und können mehrere Meter hoch werden.
Lange gab es die unterschiedlichsten Theorien darüber, wie diese Dinger entstanden sind.
Versteinerte Bäume?
Korallen?
Verwitterung?
Heute geht man davon aus, dass ihre Entstehung mit Methan zusammenhängt, das vor Millionen Jahren durch den damaligen Meeresboden nach oben strömte. Dabei wurden die Sandablagerungen rund um diese Kanäle durch Kalk verfestigt.
Später verschwanden die weicheren Schichten – und übrig blieben diese riesigen Säulen.




Wir liefen also mitten zwischen den Steinen herum, unter den Füßen feinster Sand.
Schon ziemlich faszinierend.
Und irgendwie auch ein bisschen unwirklich.
Von dort war es nicht mehr weit bis Shkorpilovtsi und zu unserem nächsten Campingplatz.
Und wir hatten ja nach wie vor einen Wunsch:
Einen richtig schönen Platz am Meer.
Vielleicht klappt es ja diesmal. 😇
Fronte Mare? Naja … fast.
Die Rezeption unseres Campingplatzes war tatsächlich nur durch eine Straße vom Strand getrennt.
Das klang schon einmal vielversprechend.
Unser Stellplatz allerdings?
Nicht gerade fronte Mare. 🤣
Der Campingplatz war grundsätzlich wirklich schön, sehr sauber – und sehr voll.
Von unserem Platz bis zum Meer waren es dann doch etwas mehr als 200 Meter.
Aber dann:
Sand, soweit das Auge reicht.
Ein scheinbar endloser Strand.
Und mitten im Meer etwas, das wir zunächst für einen ziemlich langen Landungssteg hielten.
War es aber nicht.





Der Steg gehört zu einer Forschungsstation des bulgarischen Instituts für Ozeanologie. Er ragt rund 230 Meter ins Schwarze Meer hinaus und wird unter anderem für wissenschaftliche Messungen und zur Erforschung der Küstenzone genutzt.
Na gut.
Wieder etwas gelernt. 😉
Wir beschlossen jedenfalls, drei Nächte zu bleiben.
Am zweiten Tag wurden die Fahrräder ausgepackt und wir machten die Gegend unsicher.
Und siehe da:
Dabei entdeckten wir eine entzückende Strandbar.
Michi bekam seine Muscheln, für mich gab es Salat und Pita – und dazu zwei Bier. 👍🏻
Na also.

Langsam wurde das doch noch etwas mit uns und dem Schwarzen Meer. 😄
Ein Tag für gar nichts
Am nächsten Tag war Strandtag angesagt.
Meeresrauschen.
Sand zwischen den Zehen.
Schwimmen.
Nix sonst.
Und das war auch gut so.
Nach all den Kilometern, Städten, Kirchen, Bären und was weiß ich noch allem durfte einfach einmal gar nichts passieren. 😉
Aber irgendwann war dann trotzdem genug.
Also wieder alles zusammengepackt und weiter ging’s.
Nach Nesebar.
Eine Nacht in Nesebar
Ganz draußen auf der Halbinsel fanden wir einen großen Parkplatz.
Für gerade einmal 7,50 Euro konnten wir dort 24 Stunden stehen und auch übernachten.
Perfekt.
Aber wir haben uns nicht gleich ins Getümmel der Altstadt gestürzt.
Erst einmal:

Strand. 😄
Nur wenige Minuten vom Parkplatz entfernt liegt der Stadtstrand.
Wenig Leute, klares Wasser und angenehm erfrischend.
So gefällt mir das.
Erst am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg in die Altstadt.
Und die ist wirklich etwas Besonderes.
Nesebar liegt auf einer kleinen felsigen Halbinsel und blickt auf mehr als 3.000 Jahre Geschichte zurück. Zuerst lebten hier Thraker, später wurde der Ort eine griechische Kolonie und im Mittelalter eine bedeutende byzantinische Stadt.
Seit 1983 gehört die Altstadt zum UNESCO-Welterbe.
Und wenn man durch die Gassen geht, versteht man auch warum.
Alte Holzhäuser, enge Gassen und überall Kirchen oder zumindest das, was von ihnen noch übrig ist.
Hier haben in mehr als drei Jahrtausenden wirklich viele ihre Spuren hinterlassen.






Wir sind einfach herumspaziert, haben geschaut und gestaunt und den Abend schließlich bei richtig gutem bulgarischem Essen ausklingen lassen.
Danach ging es zurück zu unserem Wohnmobil.
Die Nacht auf dem Parkplatz war erstaunlich ruhig und nach einem guten Frühstück am nächsten Morgen waren wir wieder startklar.
Und inzwischen stand auch fest, wohin.
Rumänien lag hinter uns.
Bulgarien hatten wir inzwischen auch ziemlich ausführlich kennengelernt.
Das Schwarze Meer hatten wir gesehen.
Wir hatten darin gebadet, am Strand gelegen, waren mit dem Rad unterwegs gewesen und hatten ihm wirklich eine Chance gegeben. 😉
Aber jetzt war einfach genug.
Unser nächstes Ziel war klar:
Griechenland. 🇬🇷
Und vor allem …
