Nach Nesebar war unser nächstes Ziel eigentlich klar:
Griechenland. 🇬🇷
Und endlich wieder Mittelmeer!
Eigentlich.
Denn einfach nur von A nach B fahren ist ja auch irgendwie langweilig. 😉
Auf den Spuren der Thraker. Theoretisch.
Ich bin ja immer für Entdeckungen zu haben.
Und unsere Strecke Richtung Griechenland führte uns durch das ehemalige Gebiet der Thraker.
Fast auf unserer Strecke sollte es ein thrakisches Heiligtum samt alter Siedlung geben.
Fast.
Eine gute Stunde mussten wir dafür von unserer eigentlichen Route abweichen.
Aber was ist schon eine Stunde für ein bisschen Geschichte?
Also los.
Nach schier unendlicher Kurverei kamen wir endlich an.
Und standen vor …
mannshohem Gestrüpp.
Dornen.
Und einem Zaun.
🤨
Irgendwann fand sich tatsächlich ein Mensch, der wissen wollte, was wir hier eigentlich suchten.
Na, das thrakische Heiligtum!
Er grinste verschmitzt.
„Das hat vor 20 Jahren zugesperrt.“
Na super. 🤣
Hingehen könnten wir schon, meinte er.
Durch das Gestrüpp.
Irgendwie.
Danke – Aber …
Nein danke!
Keine Thraker für Birgit.

Dafür gab es ein Bier am staubigen Straßenrand.
Auch Kultur. Irgendwie. 🍺🤣
Und dann ging es endgültig Richtung Griechenland.
Endlich Griechenland!
Wir haben es an diesem Tag tatsächlich noch über die Grenze geschafft.
Unser Ziel war Camping Natura bei Mandra Beach.
Ein Campingplatz ganz in der Nähe des Meeres und ziemlich voll.
Österreicher waren allerdings Mangelware.
Ein Ehepaar aus Vöcklabruck sprach uns an, ein paar Worte und ein paar Tipps wurden ausgetauscht und das war’s dann auch schon mit der österreichischen Fraktion.
Zwei deutsche Wohnmobile standen noch am Platz.
Der Rest?
Fast nur Bulgaren.
Vor allem Familien mit vielen Kindern, die bis spät in die Nacht mit Fahrrädern und Rollern über den Campingplatz sausten.
Und trotzdem war es irgendwie friedlich.
Das Meer und der lange Sandstrand lagen nur über die Straße.

Na endlich! 🌊
Am ersten Tag haben wir eigentlich nur gewohnt und den Strand genossen.
Ankommen. Einrichten. Schauen.
Meer, Sonne, schwimmen und sonst nicht viel.
Herrlich.
Aber am zweiten Tag hatten wir natürlich schon wieder Hummeln im Hintern. 😄
Einfach der Küste nach
Also Fahrräder raus und Richtung Westen.
Die Straße führte kilometerlang am Sandstrand entlang. Auf der anderen Seite stand ein Haus neben dem anderen – fast ausschließlich Appartements.
Manche wunderschön, manche ganz normal und manche sahen schon ein bisschen so aus, als hätten sie ihre besten Zeiten hinter sich.
Was uns allerdings wunderte:
Weit und breit kein Geschäft.
Wirklich keines.
Außer dem kleinen Laden auf unserem Campingplatz.
Nach einigen Kilometern hatte die Straße offenbar genug vom Meer und bog Richtung Landesinneres ab.
Wir nicht. 😄
Nach links rein führte nämlich eine feste Sandpiste weiter Richtung Küste.
Also natürlich nach links.





Am Ende landeten wir bei einer kleinen Kirche ganz draußen auf dem letzten Landzipfel.
Rundherum nichts.
Meer, Landschaft und absolute Ruhe.
Herrlich.
Und natürlich kam sofort der Gedanke:
Da könnte man eigentlich auch wunderbar mit dem Wohnmobil stehen. 😉
Wir blieben eine Weile, genossen die Ruhe und machten uns irgendwann wieder auf den Rückweg zum Camping Natura.
Karten spielen und essen gehen waren die restlichen Programmpunkte des Tages.




Auch nicht schlecht. 😄
19 Kilometer zum Kloster
Eine Richtung hatten wir erkundet.
Also war am nächsten Tag die andere dran.
Kurz nach dem Frühstück saßen wir wieder auf den Rädern.
Diesmal hatten wir ein Ziel: das Nikolaus-Kloster bei Porto Lagos, etwa 19 Kilometer entfernt in Richtung Vistonida-See.
Unterwegs kamen wir an einer verlassenen Therme vorbei.


Wobei „verlassen“ offenbar relativ ist – Hinweisschilder an der Straße gibt es nämlich immer noch. 😄
Das Kloster selbst liegt auf kleinen Inseln im Wasser und ist über einen langen Holzsteg erreichbar.




Und dort war plötzlich Ruhe.
Wasser rundherum, das kleine Kloster und diese ganz eigene friedliche Stimmung.
Wirklich idyllisch.
Auf dem Heimweg wurde es dann allerdings etwas weniger idyllisch.
Hinter uns zog ein Gewitter auf.
Also treten!
Aber wir waren schneller. 👍🏻
Sogar mein kleiner Zwischenstopp an einem Baumwollfeld ging sich noch aus.

Allerdings mit Folgen.
Irgendwelche Pflanzen dort produzierten nämlich kleine, gemeine Dornenkugeln.
Einige davon steckten anschließend in meinen Schuhsohlen.
Michi hatte sie am Fahrradreifen.
Das sollte sich noch rächen.
Das Gewitter schaffte es schließlich doch nicht bis ans Meer und wir blieben trocken.
Dafür hatte ich etwas anderes entdeckt.
Waren das große Vögel?
In einer Wasserfläche nicht weit von unserem Campingplatz glaubte ich große Vögel gesehen zu haben.
Sehr große Vögel.
Das musste ich mir natürlich näher anschauen.
Michi sollte mitkommen.
Sollte.
Denn inzwischen war klar, was die kleinen Dornen angerichtet hatten:
Reifen platt.
Zu viele Dornen. 🤣
Also bin ich alleine los.
Und was soll ich sagen?
Pelikane!
Nicht zwei.
Nicht zehn.
Mehr als hundert.
Da saßen sie tatsächlich vor mir – diese riesigen, ein bisschen wunderlichen Vögel.
Natürlich wollte ich einen besseren Blick haben.
Also stapfte ich durch das hohe Gras.
Keine besonders gute Idee.
Denn plötzlich erhob sich die ganze Gruppe.
Und ich stand einfach nur da und staunte.
Was für ein Anblick!
Mehr als hundert Pelikane gleichzeitig in der Luft.
Und überhaupt nicht schwerfällig, wie man bei diesen riesigen Vögeln vielleicht erwarten würde.
Sie flogen elegant und fast erhaben in Formation davon.









Ich war schwer beeindruckt.
Und gleichzeitig hatte ich ein ziemlich schlechtes Gewissen.
Schließlich war ich diejenige gewesen, die sie aufgescheucht hatte. Aber ich bin mir ganz sicher, dass sie wieder zurück gekommen sind. Das habe ich zwar nicht abgewartet, denn der Hunger wurde größer.
Ich machte mich auf den Heimweg.
Dort wartete Michi bereits mit dem Abendessen auf mich.
Und ich hatte einiges zu erzählen. ❤️
Auf nach Chalkidiki
Am nächsten Morgen ging es schon wieder weiter.
Unser nächstes Ziel war Chalkidiki. Irgendwo knapp unterhalb von Nikiti sollte für diesen Tag Schluss sein.
Dazwischen gab es allerdings noch ein kleines Problem zu lösen.
Michis Fahrrad.
Der Reifen war nach unserer Begegnung mit den Dornen immer noch kaputt und in Kavala wollten wir eine Fahrradwerkstatt aufsuchen.
Eigentlich eine einfache Sache.
Eigentlich.
Denn alte Städte und große Wohnmobile sind nicht unbedingt die allerbeste Kombination.
In der Nähe der Fahrradwerkstatt war weit und breit kein Parkplatz zu finden, auf den wir mit unserem Auto gepasst hätten.
Und das kaputte Fahrrad ewig weit zur Werkstatt schieben?
Auch irgendwie keine Lösung.
Also blieb der Reifen platt.
Einen Parkplatz fanden wir dann doch noch – am Hafen, direkt unterhalb der Burg.
Na gut.
Wenn wir schon einmal hier sind … 😉
Dann eben Kavala
Also ließen wir das kaputte Fahrrad am Auto und machten uns zu Fuß auf den Weg hinauf zur alten Festung.
Und der Aufstieg hat sich gelohnt!







Von dort oben hat man einen großartigen Blick über Kavala, den Hafen und das Meer.
Vorbei am Geburtshaus von Mohammed Ali ging es wieder zurück zum Auto. Und nein – nicht der Boxer. 😉 Dieser Mohammed Ali wurde 1769 in Kavala geboren, wurde später Herrscher Ägyptens und begründete eine Familie, die dort fast 150 Jahre lang regierte. Schon erstaunlich, welche Geschichten hinter manchen Häusern stecken, an denen man im Urlaub so vorbeiläuft.


Wieder etwas gelernt. 😉
Fahrrad noch immer kaputt.
Aber dafür Kavala gesehen.
Weiter Richtung Nikiti!
Nur schnell noch ins Meer …
Wir waren schon vor vier Jahren in dieser Gegend und wussten, dass es zwischen Kavala und dem Beginn von Chalkidiki kilometerlange Strände gibt.
Und irgendwann kam natürlich die Frage:
Könnten wir nicht irgendwo kurz baden gehen?
Beim Kilometerstein 119 ging es links von der Straße hinunter.
Also abgebogen.

Weiter runter.
Und noch ein Stück.
Bis zu einem Parkplatz.
Eben.
Leer.
Und vom Meer?
Einen Schritt entfernt.
Wir schauten nach rechts.
Wir schauten nach links.
Kilometerlanger Strand.
Meer.
Ruhe.
Und in angenehmem Abstand ein paar andere Wohnmobile, deren Bewohner offenbar genau dasselbe entdeckt hatten wie wir.
Michi und ich schauten uns an.
Eigentlich wollten wir ja nur baden.
Eigentlich wollten wir heute noch bis Nikiti.
Aber manchmal braucht es keine große Diskussion.
Ein Blick genügte.


Genau DAS ist unser Strand!
Hier bleiben wir!!! 🌊❤️
