Mein Lebensmensch Michi ist leidenschaftlicher Segler. Er hat zwei verschiedene Gruppen mit denen er jedes Jahr segeln geht. Meist verbinden wir das dann gleich mit einem Aufenthalt im wunderschönen Kroatien. Auch diesen Mai ist es wieder soweit – trotz noch immer vorherrschendem Lockdown in Österreich. Ausreisen darf man ja, und zurückkommen wollen wir sowieso erst, wenn der Spuk vorbei ist. Geimpft sind wir auch! Also macht sich Michi mit dem Pössl auf den Weg zu seinem Segelturn und ich organisiere mir ein Ticket für den FlixBus nach Split, eine Woche später.

Am Samstag, dem 15. Mai, komme ich am späten Nachmittag in Split an. Zur Begrüßung gibt es einen dicken Kuss von meinem Michi und anschließend leckere Cevapcici. Zum übernachten fahren wir in die Kasjuni Bucht. Diese liegt im Nordwesten der Stadt, gleich beim Park Marjan, dem Naherholungsgebiet Splits. Solche Übernachtungsplätze finden wir meist mit der App Park4Night.

Unser eigentlicher Plan ist es, nach Korcula zu fahren und diese immer grüne Insel für uns zu entdecken. Die Fähre dorthin geht allerdings erst am Montag, also haben wir am Sonntag Zeit uns den wunderschönen Park mit seinen Felsenkirchen und das Städtchen Trogir anzuschauen.

Trogir liegt knapp 30 km küsteaufwärts von Split entfernt. Wir besteigen den Kirchturm – wegen dem besseren Überblick. Flanieren durch die Gassen, trinken Kaffee… Am Abend sind wir wieder in Kasjuni, kochen mit dem Omnia (davon später mehr), essen und genießen die Ruhe. Wegen dem Lockdown in fast ganz Europa sind nur eine handvoll Touristen unterwegs. Bei einem Gläschen Rotwein haben wir das große Glück in der Bucht von Split Delphine zu sehen!

Am Montag, dem 17., geht es dann mit der Fähre von Split los Richtung Vela Luka auf Korcula.

Ein paar Kilometer oberhalb der Stadt finden wir den Campingplatz Mindel. Eigentlich ist er ja noch geschlossen. Wir dürfen bleiben und stehen allein im lauschigen Olivenhain. Das Wetter läßt allerdings ein wenig zu wünschen übrig… Es ist windig und recht frisch für Mitte Mai.

Am nächsten Tag machen wir einen Radausflug nach Blato. Eine alte, geschichtsträchtige Ortschaft. Hier gibt es auf der Agora einen der ältesten Gerichtsbarkeitsplätze der Insel. Zurück im Camp Mindel wird gekocht – natürlich mit dem Omnia! Das Essen und den Sonnenuntergang genießen wir am Flachdach des Waschhauses mit herrlichem Ausblick über das Meer.

Am Stadtrand von Vela Luka liegt die Höhle Vela Spila. Nach einer Runde durch die Höhle mit ihren Ausgrabungen sitzen wir noch eine Weile im Hafen von Vela Luka und beobachten die Fähre beim An- und wieder Ablegen und trinken ein Bier.

Nach vier Nächten machen wir uns auf den Weg nach Korcula Stadt. Von hier aus möchten wir einen Ausflug in den Nationalpark auf Mljet machen. Es gibt aber zur Zeit keine Boote, also beschließen wir den langen Weg und fahren mit der Fähre nach Orebic, die Halbinsel Peljesac Richtung Süden und von Ston aus mit der Fähre nach Mljet. Am 23. erreichen wir Kozarica, einen verschlafenen Ort direkt an der Grenze des Nationalparks. Unser Nachtplatz ist Camp Lovor. Die Besitzerin Maria erklärt uns alles über den Nationalpark, gibt uns Tipps, was wir unbedingt anschauen sollen und wie wir am besten herumkommen, entweder mit dem Auto oder mit dem Rad.

Der Nationalpark ist herrlich. Es blühen hier die schönsten wilden Orchideen in einer Vielfalt die ihres gleichen sucht. Das Wetter ist inzwischen warm, das Wasser in den Seen ist angenehm erfrischend. Michi und ich durchradeln den Park kreuz und quer. Wir klettern auf den Mont Kuc und überblicken von dort die Weiten des Meeres, den Park und die Seen.

Auf unserer Weiterreise entdecken wir die Höhle der Kalypso. Hier hat die wunderschöne Meernymphe den großen Odysseus für sieben Jahre festgehalten. Hier ist es sehr stürmisch und sehr heiß… mir ist es hier fast zu heiß! Mit Müh und Not kämpfe ich mich wieder hinauf zum Auto. Gott sei Dank gibt es dort ein kaltes Bier!

Unser nächster Nachtplatz ist in Suplunara. Am Weg ins nirgendwo bleiben wir stehen, genießen die Ruhe und den Vollmond über uns.

Weiter geht die Reise, zurück auf Peljesac. Wir besichtigen die alten Salinen von Ston. Da wir nicht über Bosnisches Land fahren wollen, geht es wieder die Halbinsel hinauf zum alten Fährhafen Trpanj. Von dort setzen wir über nach Ploce. Nicht weit von dort finden wir unsere nächste Station. Bacinska Jezera, ein See, eingebetet in eine liebliche Landschaft. Es ist ruhig hier, wie überall zur Zeit. Auch hier gibt es wunderschöne wilde Orchideen, ähnlich unseren Knabenkräutern. Ich entdecke ein Vogelnest bei uns am Platz, es ist das Nest eines Pirols. Noch nie hab ich diesen beeindruckend gelben Vogel in freier Wildbahn gesehen. Gehört hab ich ihn schon öfter, auch bei uns in der Steiermark.

Die Makarska Riviera weiter Richtung Norden…

Wir haben den Plan auf die Insel Pag zu fahren und uns die uralten Olivenbäume in Lun zu besuchen. Eine Brücke verbindet die Insel mit dem Festland. Unsere erste Station ist die Stadt Pag. Nicht sehr aufregend. Wir finden trotzdem ein tolles Lokal. Endlich können wir den köstlichen Käse kosten, für den die Insel weithin bekannt ist. Nach dem ausgesprochen guten Essen bleiben wir gleich dort am Parkplatz stehen… Nach zehn Minuten wechseln wir nochmal den Stellplatz… es ist so stürmisch, dass ich Angst habe, dass das Auto wegfliegt! In der nächsten Quergasse ist es zwar nicht wirklich besser, aber dort bleiben wir dann und verbringen eine stürmische Nacht!

Dann ist es endlich soweit. Olivenbäume wir kommen!!! Keine Touristen und auch sonst keiner unterwegs. Ganz allein streifen wir stundenlang durch den Olivenhain. Die Bäume sind über tausend Jahre alt, knorrig und sehr beeindruckend!!!

Unser Basiscamp wird der Campingplatz Olea, unweit von Lun. Der Campingplatz ist sehr modern, ganz neu und gemütlich.

Der Nachbarcampingplatz zur Linken ist ein uralter Platz noch aus der kommunistischen Zeit. Zur Rechten gibt es noch einen gemütlichen Platz, Plaza Drazica. Zwischen Olea und Drazica liegt unsere Entdeckung – das Lokal von Jelena. Jelena schwebt zwischen ihren Tischen herum wie eine Fee. Strahlt wie ein Engel und erklärt mit viel Liebe und Hingabe was es bei ihr zum Essen gibt. Alles ist mit soviel Liebe, Sorgfalt und perfekten Zutaten gemacht, dass man sich fast nicht traut, das schöne Arrangement am Teller durch essen zu zerstören. Wenn man es dann doch macht, wird man mit einer wahren Geschmacksexplosion im Mund belohnt. Ihr seht schon… dort waren wir dann jeden Tag zum Sonnenuntergang und zum Essen!

Zu lange an einem Ort halten wir es ja normalerweise nicht aus. Außer man kann tolle Ausflüge machen. Lun und die Olivenbäume haben wir gesehen, auch Novaljia haben wir mit dem Rad besucht. Unser nächstes Ziel ist die Nachbarinsel Rab. Vom Hafen Lun gibt es ein Boot das ganz zeitig am Morgen nach Rab fährt und dann zu Mittag wieder retour kommt. Wir nutzen das Angebot und genießen einen Vormittag in der Stadt Rab. Wir spazieren durch die Gassen, bewundern die Türme und Gärten, trinken einen Aperol im Hafen und schauen dem Treiben zu. Am nächsten Tag machen wir uns weiter auf den Heimweg.

Unsere letzte Station wird Piran werden. Michis Bruder hat ein Haus in der Stadt. Ein gemütliches Familienessen, ein netter Abend, ein üppiges Frühstück später sind wir voll mit Eindrücken auf dem Weg nach Hause in die Steiermark.

Jeder Urlaub, und ist er noch so schön, hat einmal ein Ende. An der Grenze gibt es keine Probleme, der Lockdown ist ja. Der Plan, dem Sommer entgegen zu reisen, ist voll aufgegangen. An dieser Stelle muss ich auch meinem Lebensmenschen Michi einen großen Dank aussprechen. Danke für diesen mehr als perfekten Urlaub!!!

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