Nach unserem Transfăgărășan-Abenteuer ging es am nächsten Morgen weiter Richtung Bukarest.
Und das ist noch ein schönes Stück.
Die Straßen waren zwar überraschend gut, trotzdem zog sich die Fahrt, bis wir schließlich den Campingplatz erreichten, den ich für uns ausgesucht hatte.
Elimar Camping.
Ein kleiner Campingplatz im Garten von Marius und Eliza.
Gerade einmal sieben Stellplätze gibt es dort – mit Strom, Dusche und WC und sogar einem Minipool.
Also eigentlich alles, was man braucht.
Und dann war da noch Marius’ Terrasse.
Dort hatte er so etwas Ähnliches wie eine kleine Bar eingerichtet. Es gab Kaffee, Getränke, Knabbereien und …
frisch gezapftes Bier. 🤣
Was will man mehr?
Lange hielten wir uns allerdings nicht auf.
Schnell eingerichtet, Strom angeschlossen 😉 und los ging’s.
Für die öffentlichen Verkehrsmittel hatte ich mir gleich zwei Apps installiert, Tickets gekauft und damit waren wir bereit für Bukarest.
Marius erklärte uns noch ganz genau, wo unsere Haltestelle war, wo wir umsteigen mussten und wo wir wieder aussteigen sollten.
Und tatsächlich:
Es funktionierte perfekt!
Wir stiegen aus und standen praktisch vor dem Parlamentspalast.
Na dann.

Willkommen in Bukarest!
Ein bisschen viel von allem
Und dann standen wir davor.
Riesig.
Monumental.
Beeindruckend?
Hmmm.
Mich hat er ehrlich gesagt nicht so überzeugt.
Zu viel Protz. Zu viel Schein. Zu viel von allem.
Natürlich ist das Gebäude gewaltig. Man kann es eigentlich gar nicht übersehen.

Gebaut wurde der damalige „Palast des Volkes“ ab 1984 auf Befehl Nicolae Ceaușescus. Für sein neues politisches Zentrum wurden große Teile des alten Uranus-Viertels abgerissen, Häuser, Kirchen und andere historische Gebäude verschwanden.
Zeitweise arbeiteten rund 20.000 Menschen gleichzeitig an dem riesigen Bau.
Und riesig ist hier wirklich das richtige Wort: Heute gilt der Parlamentspalast als das schwerste Verwaltungsgebäude der Welt.
Wenn man weiß, unter welchen Umständen dieses Monument entstanden ist, bekommt die ganze Pracht einen ziemlich schalen Beigeschmack.
Ceaușescus Rumänien.
Macht sollte sichtbar sein.
Und das ist hier definitiv gelungen.
Immer der Nase nach
Einen richtigen Plan für Bukarest hatten wir eigentlich nicht.
Um ehrlich zu sein, hatten wir sogar überlegt, die Stadt ganz auszulassen.
Aber wenn man schon mal in der Nähe ist …
Also sind wir einfach los.
Immer der Nase nach.
Google Maps zeigte uns die ungefähre Richtung zur Altstadt und wir marschierten.
Nur so richtig warm wurde ich mit Bukarest nicht.
Der Eindruck vom Parlamentspalast zog sich für mich irgendwie durch die Stadt.
Zu viel Protz und Pomp. Zu wenig Substanz und echtes Leben.
Zwischen den großen, schön renovierten Gebäuden, in denen heute Banken, Unternehmen und Institutionen sitzen, stehen immer wieder Häuser, denen man ihre Geschichte – und teilweise auch die vergangenen Jahrzehnte – deutlich ansieht.
Natürlich gibt es wunderschöne Gebäude.



Natürlich gibt es Kirchen.

Und trotzdem lag für mich über der Stadt eine gewisse Tristesse.
Vielleicht ist es unfair.
Vielleicht muss man Bukarest länger kennenlernen.
Aber manchmal ist das eben so mit Städten.
Manche nehmen einen sofort gefangen.
Bukarest und ich – wir hatten es nicht miteinander.
Aber eines ist wirklich schön!
Da konnte auch das wunderschöne Rumänische Athenäum meinen Gesamteindruck nicht mehr ganz retten.

Aber dieses Gebäude gefiel mir wirklich.
Die Konzerthalle entstand Ende des 19. Jahrhunderts und ein Teil der Baukosten wurde tatsächlich durch Spenden aus der Bevölkerung finanziert.
„Gebt einen Leu für das Athenäum“ lautete damals der berühmte Aufruf.
Seit 1889 ist es die Heimat der heutigen George-Enescu-Philharmonie.
Also gut, Bukarest.
Dafür bekommst du einen Pluspunkt. 😉
Es fehlt noch ein T-Shirt!
Aber einen Punkt auf meiner persönlichen Bukarest-Liste gab es noch.
Hard Rock Cafe! 🤣

Schließlich gehört meine T-Shirt-Sammlung erweitert.
Das Hard Rock Cafe liegt in einem großen Park im Norden der Stadt und auf dem Weg dorthin kamen wir natürlich noch am Triumphbogen vorbei.
Noch so ein monumentales Ding!
Wobei ich Bukarest hier nicht Unrecht tun möchte.

Der Triumphbogen hat mit Ceaușescu nämlich nichts zu tun. Seine Geschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die heutige Form wurde 1936 fertiggestellt und erinnert unter anderem an den Ersten Weltkrieg und die Vereinigung Rumäniens.
Gigantomanie hin oder her.
Beeindruckend ist er schon. 😉
Burger können einiges retten
Im Hard Rock Cafe weiß man wenigstens, was man bekommt:
super leckere Burger und T-Shirts. 🤣
Beides hat meinen Eindruck von Bukarest dann doch noch ein bisschen gerettet.
Aber für einen zweiten Tag hat es trotzdem nicht gereicht.
Allein die Fahrt vom Campingplatz in die Stadt hatte ungefähr eine Stunde gedauert.
Zurück waren wir noch länger unterwegs, weil wir vom Hard Rock Cafe natürlich ganz woanders starteten als auf dem Hinweg.
Und ganz ehrlich?
So sehr hatte uns Bukarest einfach nicht gefesselt.
Also zurück zu Marius und Eliza.
Dort haben wir noch einmal herrlich geschlafen und am nächsten Morgen nach dem Frühstück wieder zusammengepackt.
Diesmal war unser Ziel ziemlich eindeutig.
Wir hatten genug von Städten, Kirchen, Palästen und Straßen.
Jetzt wollten wir nur noch eines:
