Eigentlich wollte ich ja „nur“ zu einem Yoga-Wochenende nach Ungarn.
Schon seit Jahren hatte ich vor, einmal ins TriYoga Center meiner Yogalehrerin Andrea zu fahren. Irgendwie hat es bisher nie sollen sein.
Aber heuer hat es gepasst!
Und weil ich sowieso mit dem Wohnmobil fahren wollte, entstand die Idee, dass Michi gleich mitkommt und wir von dort aus unsere große Reise starten.
Der Plan stand also:
Ungarn, Rumänien und Siebenbürgen, ans Schwarze Meer und dann weiter nach Bulgarien und Griechenland.
Aber zuerst einmal Yoga.
Endlich im TriYoga Center
Am Freitag gegen Mittag kamen wir im TriYoga Center an.

Das Center liegt in einem riesigen Park mit vielen alten Bäumen, angelegten Teichen mit Seerosen, einem Pool und einer großen Yogaterrasse unter einer alten Eiche.

Ein wunderschöner Platz!
Die Stimmung war das ganze Wochenende sehr entspannt und angenehm und auch die Energie in unserer Gruppe hat sich für mich richtig gut angefühlt.
Frühstück und Mittagessen gab es direkt im Center und am Abend gingen wir gemeinsam auf einer Bio-Farm in der Nähe essen.
Und natürlich gab es Yoga.
Viel Yoga. 😉
Die Einheiten waren intensiv und teilweise auch wirklich anstrengend. Aber gleichzeitig sehr heilsam.
Und Michi?
Der kennt Yoga zwar grundsätzlich, hat es bisher aber nicht allzu oft gemacht.
Die langen und intensiven Einheiten waren schon eine Herausforderung für ihn.
Aber er hat toll mitgemacht und sich wirklich bemüht.
Ich war richtig stolz auf ihn!
Und dann hat er nach dem Wochenende sogar von sich aus gemeint, dass er in Graz auch mit zum Yoga kommen möchte.
Nun ja.
Das glaube ich erst, wenn er tatsächlich das erste Mal mit mir auf der Matte steht. 😉🤣
Am Sonntag gegen drei Uhr nachmittags verabschiedeten wir uns.
Und jetzt begann unsere eigentliche Reise.

Zwei Tage am Balaton
Unsere erste Station war Balatonszárszó am Plattensee, wo wir zwei Nächte auf einem Campingplatz verbrachten.

Es war nett dort.
Aber für uns war der Balaton eher eine Zwischenstation als die große Urlaubsliebe.
Was uns sofort aufgefallen ist, war der niedrige Wasserstand. Teilweise war wirklich erschreckend wenig Wasser im See.

Wir holten die Räder heraus und machten uns auf den Weg.
Mit der Fähre ging es nach Tihany. Dort schauten wir uns die Kirche an und spazierten über die Halbinsel.

Besonders gefallen hat mir die Fahrt mit dem Rad durch die kleinen Straßen zwischen den Häusern.
Da steht ein altes, halb verfallenes Haus neben einem wunderschön restaurierten und gleich daneben wieder ein modernes Gebäude.
Ein wilder Mix – aber irgendwie lustig.
Und Radfahren lässt es sich dort wirklich gut. Die meiste Zeit waren wir auf kleinen Nebenstraßen und fast ohne Autoverkehr unterwegs.

Bei unserer Weiterfahrt machten wir noch einen Abstecher nach Siófok.


Und dann ging es nach Budapest.
Budapest – einmal kreuz und quer

Unser Campingplatz in Budapest war gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden.
Mit dem Bus zur U-Bahn und mit der U-Bahn hinein in die Stadt.
Wir kamen beim Parlamentsgebäude an.
Und das ist schon beeindruckend!
Von dort machten wir uns zu Fuß auf den Weg und kamen unter anderem zur Stephansbasilika.

Und wir hatten Glück.
In der Kirche spielte gerade die Orgel.
Kirche und Orgel – einfach toll!

Danach ging es auf die andere Seite der Donau, hinauf zur Fischerbastei und zur Burg.

Überall waren die Vorbereitungen für den ungarischen Nationalfeiertag am nächsten Tag bereits in vollem Gang und dementsprechend viele Menschen waren unterwegs.

Irgendwann sind wir dann mit einer Straßenbahn gefahren.
Wie und warum genau, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht mehr. 🤣
Jedenfalls standen wir danach plötzlich am Fuße der Citadella.
Also sind wir natürlich auch noch rauf.

Zeit hatten wir ja.
Unsere Bootsfahrt sollte erst um 20.30 Uhr beginnen.
Am Ende des Tages standen mehr als 20.000 Schritte auf dem Zähler.
Und meine Füße haben sich auch genauso angefühlt. 😬
Was mir in Budapest sehr positiv aufgefallen ist, waren die Menschen.
Ich habe sie als ausgesprochen zugewandt und hilfsbereit erlebt.
Und ich sag’s jetzt einfach:
Mir gefällt Budapest besser als Wien mit seiner manchmal doch recht grantigen Art. 😉
Budapest bei Nacht
Um 20.30 Uhr startete unsere Bootsfahrt auf der Donau.
Zur Begrüßung gab es ein Glas Prosecco.
Nach mehr als 20.000 Schritten endlich sitzen, Prosecco trinken und Budapest an sich vorbeiziehen lassen.

Perfekt!
Die Fahrt dauerte ungefähr eine Stunde.
Es gab keine Musik und auch keine Erklärungen.
Und genau das fand ich schön.
Einfach schauen.
Die Eindrücke aufnehmen.
Und seinen eigenen Gedanken nachhängen.
Budapest vom Wasser aus ist am Abend wunderschön.
Die Fischerbastei, die Citadella und verschiedene Gebäude waren beleuchtet. Auch die Kettenbrücke leuchtete bunt.

Und dann das Parlament.
Dieses wunderschöne Gebäude war plötzlich …

quietschgrün!
🤣🤣🤣
Wir hatten das Gefühl, dass an diesem Abend schon einiges für die Lichtshow am nächsten Tag ausprobiert wurde.
Und von diesem nächsten Tag wussten wir noch nicht, dass er eines unserer großen Highlights werden sollte.
Mittendrin am ungarischen Nationalfeiertag
Am nächsten Morgen ließen wir es erst einmal gemütlich angehen.
Spät frühstücken, eine Runde Karten spielen.
Urlaub eben.
Gegen Mittag machten wir uns wieder auf den Weg in die Stadt.
Und dort war wirklich viel los!
Menschen, Musik, Essensstände, Kunsthandwerk – gefühlt war ganz Budapest auf den Beinen.
Mir war es zeitweise fast ein bisschen zu viel Trubel.
Aber an so einem Tag gehört das wohl einfach dazu.
Wir aßen und tranken bei den verschiedenen Ständen und machten uns danach gestärkt auf den Weg hinauf zur Burg.
Ich hatte mir gedacht, dass das ein guter Platz sein müsste, um am Abend das Feuerwerk zu sehen.
Das dachten sich offensichtlich auch noch ein paar andere. 😉
Also hieß es: Platz sichern.
Und warten.
Wir standen tatsächlich stundenlang dort und warteten auf die Dämmerung.

Neben uns standen zwei junge Leute aus Deutschland und irgendwann kamen wir ins Gespräch.
Über Reisen, Budapest, ihre Arbeit und alles Mögliche.
Und genau das mag ich am Reisen.
Man kommt mit Menschen ins Gespräch, die man sonst wahrscheinlich niemals kennengelernt hätte.
Irgendwann wurde es dunkel.
Und dann begann die Show.
Drohnen, Laser, Lichter und schließlich das Feuerwerk über der Donau und Budapest.



Es war wirklich grandios!
Von der Burg aus über die Stadt zu schauen und dieses Spektakel mitzuerleben, war ein echtes Highlight.
Das lange Warten hatte sich definitiv gelohnt.
Nach dem Feuerwerk setzte sich diese unglaubliche Menschenmenge wieder in Bewegung.
Und erstaunlicherweise funktionierte alles ziemlich zügig und geordnet.
Mit der Straßenbahn zur U-Bahn, mit der U-Bahn weiter und schließlich noch mit dem Bus zurück zum Campingplatz.
Danach war ich nur noch:
total platt!
Ein bisschen Prinzessin muss sein
Unsere nächste Station war Gödöllő.

Darauf hatte ich mich besonders gefreut.
Ich gestehe:
Ich bin ein heimlicher Sisi-Fan.
Ein bisschen Prinzessin halt. 😉🤣
Wir gingen alleine durch das Schloss und ich konnte mir in Ruhe die wunderschönen Räume ansehen.
Besonders gefallen haben mir die Wandbespannungen in Sisis Lieblingsfarbe Lila.

Lila gehört nämlich auch zu meinen Lieblingsfarben.
Ich sag ja:
Ein bisschen Prinzessin. 😉
Auch das wunderschöne Porzellan hat es mir angetan.
Und dann der Blick hinaus in den großen Schlosspark.
Da kann man sich richtig vorstellen, wie Sisi dort mit ihrem Pferd unterwegs war.
Aber Gödöllő hatte noch eine kleine Überraschung für uns.
Wenn Sisi auf den Zug wartet
Am Bahnhof gibt es ein eigenes königliches Wartehaus für Elisabeth und Franz Joseph.

Natürlich.
Eine Kaiserin setzt sich schließlich nicht einfach irgendwo hin und wartet auf den nächsten Zug. 😉
Das Wartehaus kann man auch von innen besichtigen.
Und ich glaube, Michi und ich waren an diesem Tag das Highlight für die Angestellte dort.
🤣🤣🤣
Sie war offensichtlich ziemlich überrascht, dass tatsächlich jemand gekommen war.
Für uns wurde überall das Licht eingeschaltet und wir konnten uns alles ganz in Ruhe ansehen.
Ich glaube, sie hatte an diesem Tag nicht mit allzu viel Arbeit gerechnet.
Und dann kommen wir. 🤣
Debrecener in Debrecen
Von Gödöllő ging es direkt weiter nach Debrecen.
Eigentlich war Debrecen für uns nur als letzte Übernachtung in Ungarn gedacht.
Aber ausgerechnet zu dieser Zeit fand dort der Blumenkarneval statt.

Also war auch dort einiges los.
Und wenn man schon einmal in Debrecen ist, muss natürlich eines sein:

Debrecener Würste essen!
Was sonst? 🤣
Damit verabschiedeten wir uns von Ungarn.
Hinter uns lagen ein intensives Yoga-Wochenende, zwei entspannte Tage am Balaton, mehr als 20.000 Schritte durch Budapest, eine wunderschöne Bootsfahrt, ein grandioser Nationalfeiertag, ein bisschen Sisi und Prinzessinnengefühl – und natürlich Debrecener in Debrecen.
Und vor uns lag Rumänien.
Darauf war ich richtig gespannt.
Siebenbürgen, die Karpaten, Schlösser und Burgen, der Transfăgărășan und irgendwann das Schwarze Meer.
Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten:
Rumänien sollte uns ziemlich überraschen.
Aber davon erzähle ich im nächsten Beitrag.
